Astrologie und Physik

Das Funktionieren der Astrologie ist aus heutiger Sicht, unter rein wissenschaftlichen Kriterien, nicht zu erklären.

Unsere Sonne - Zentrum des Lebens

Der Einfluss der Gestirne ist nur bei unserer Sonne und dem Mond eindeutig spürbar und zu belegen. Die Sonne, als riesiger Feuerball und Zentrum unseres Sonnensytems, hält unsere Erde und alle anderen Planeten durch ihre immensen Gravitationskräfte auf einer nahezu kreisförmigen Bahn. Die Energie, welche sie in Form von Licht und Wärme auf unsere Erde überträgt, hat das Leben auf unserem Planeten überhaupt erst möglich gemacht. Veränderungen ihrer Energieintensität haben immer wieder zu gravierenden klimatischen Veränderungen geführt und Hungersnöte und Kälteperioden ausgelöst. So unterliegen wir ihrem direkten Einfluss, wie sich das Leben entwickeln und wachsen kann.

Die Macht des Mondes

Auch die Kräfte des erdnahen Mondes beeinflussen uns, auch wenn es uns im Alltag nicht ganz so deutlich erscheint. Riesige Wassermengen werden durch seine Anziehungskräfte in Bewegung gesetzt und bilden damit die Grundlage der Gezeiten unserer Meere. So hat unser Mond, als gleichmäßige Konstante, auch einen Effekt auf unser Wetter. Deutlich sichtbar sind auch seine veränderlichen Phasen von Neumond zu Viertel-, Halb- und Vollmond, die einem Rhytmus von 28 Tagen unterliegen. Schlafstörungen, die einige Menschen unter Vollmond kennen, werden von Wissenschaftlern u.a. durch einen erhöhten Lichtteilchenanteil bei Nacht erklärt. Sie regen die Ausschüttung bestimmter schlafhemmender Hormone an, welche von der Zirbeldrüse in unserem Gehirn produziert werden. So unterliegen verschiedenste biologische Systeme dem Rhytmus des Mondes, insbesondere jene, die mit Wachstums- und Fortpflanzungsprozessen zu tun haben. Die Periode der Frau ist zeitlich dem Mondrhytmus angelehnt und so galt er schon seit Menschengedenken in verschiedensten Kulturen als Symbol für Fruchtbarkeit, Geburt und für das weiblich-mütterliche Prinzip.

Neptun macht keinen Sonnenbrand

Doch wie verhält es sich mit den restlichen Planeten? Haben auch sie einen Einfluss auf unser irdisches Dasein? Mit den gängigen, uns bekannten physikalischen Kräften ist ein Einfluß eher fragwürdig. Das Licht des Neptun, der mit bloßem Augen nicht einmal zu sehen ist, verursacht bei uns weder einen Sonnenbrand, noch wird es für Störungen im Zyklus der Frau sorgen. Auch Einflüsse der Magnetfelder, wie sie immer wieder diskutiert werden, halte ich für nicht schlüssig, da ihre Wirkung sehr schnell abnimmt und über Millionen von Kilometern keine Kräfte mehr nachweisbar sind.

Das Geheimnis der Gravitation

Die einzig verdächtige Kraft, die dafür in Frage käme, ist die Gravitation. Wikipedia schreibt per Definition zur Gravitation: " Die Schwerkraft, auch Gravitation, ist eine der vier Grundkräfte der Physik. Sie bewirkt die gegenseitige Anziehung von Massen und lässt sich nicht abschirmen. Sie nimmt mit zunehmender Entfernung ab, besitzt aber unbegrenzte Reichweite. Auf der Erde bewirkt die Gravitation, dass alle Körper nach unten fallen, sofern sie nicht durch andere Kräfte daran gehindert werden. Im Sonnensystem bestimmt die Gravitation die Bahnen der Planeten, Monde, Satelliten und Kometen und in der Kosmologie die Bildung von Sternen und Galaxien, sowie die gesamte Entwicklung des Universums."  

Doch auch hier müssen wir tiefer in die Physik einsteigen, um einen möglichen Erklärungsansatz zu finden. Denn mit dem rein mechanischen Gedankenansatz wie Isaac Newton ihn entwickelte, kommen wir auch hier dem Geheimnis nicht auf die Schliche.

Unser Sonnensytem - ein Uhrwerk

Astrologie ist eine Methode, in der wir den Menschen in Beziehung zu Raum (Geburtsort) und Zeit (Geburtsdatum/Geburtszeit) setzen. Sie geht davon aus, dass jede Zeit eine bestimmte Qualität aufweist, die wir anhand der Planetenstellungen ablesen können. Unser Sonnensystem ist mit einem riesigen Uhrwerk vergleichbar.

Alle Planeten umkreisen die Sonne in einem bestimmten Rhythmus. Je näher sie die Sonne umkreisen, desto schneller bewegen sie sich. Merkur z.B. braucht für einen Umlauf exakt 88 Tage. Als schnellster Planet könnte man ihn mit dem 1/10 Sekundenanzeiger einer Quarzuhr vergleichen. Den Sekundenzeiger könnte die Venus bilden, denn sie braucht 224 Tage. Mars benötigt schon 1,88 Jahre, Jupiter 11,86 und Pluto, als entferntester Planet, 248 Jahre. In unserem imaginären Uhrwerk würden Jupiter und Pluto wahrscheinlich nicht mehr die Tageszeit anzeigen, sondern aufgrund ihrer Langsamkeit das Jahrzehnt bzw. das Jahrhundert.

Der Blick in die Vergangenheit

Die Dimensionen in unserem Universum sind riesig und werden in Lichtjahren angegeben. Dabei sind Lichtjahre kein Maß für die Zeit, sondern ein Maß für Entfernungen. In der Physik benutzen wir die Zeit, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, um eine Strecke von einem Punkt zum anderen messen zu können. Dieses sind unfassbare 9,5 Billionen Kilometer. Man bedenke, dass Alpha Centauri, das nächste Sonnensystem, 4,3 Lichtjahre von unserem entfernt ist. Sollten wir also eine Rakete besitzen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegt, bräuchten wir 4,3 Jahre. Dabei ist zu erwähnen, dass das Licht sich mit 300.000 km in der Sekunde fortbewegt. Unsere bekannten Antriebssysteme bringen es gerade mal auf 30.000 km pro Stunde. Kein Mensch würde also die Ankunft je erleben, da er längst gestorben wäre. In galaktischen Dimensionen gerechnet ist Alpha Centauri aber gerade mal einen Katzensprung entfernt. Der bisher entfernteste Punkt, der von dem Weltraumteleskop Hubble gemessen wurde, beträgt über 13 Milliarden Lichtjahre. Eine unvorstellbare Entfernung.  Der Blick in das All ist also letztlich ein Blick in die Vergangenheit. Da nichts schneller ist als das Licht, zeigt uns Hubble, den Zustand des Universums, wie er vor 13 Millarden Jahren war.

Physik für Fortgeschrittene 

Doch zurück zur Gravitation. In Anlehnung an Einsteins Relativitätstheorie wurde bewiesen, dass Raum und Zeit in direkter Wechselwirkung zueinander stehen. Unser lineares Zeitverständnis, das wir auf der Erde besitzen, scheint in den Größenordnungen des Universums auf den Kopf gestellt.

Vereinfacht gesagt: Raum und Zeit stehen in Abhängigkeit zur Masse. 

Fliegt ein Lichtteilchen durch das All, bewegt es sich auf einer nahezu geraden Bahn. Kommt es aber in die Nähe einer großen Masse, z.B. unserer Sonne, wird es abgelenkt und fliegt einen Bogen. Da Licht das Maß für die Zeit ist, denn nichts ist schneller als Licht, wird durch die Flugbahnverlängerung des Lichts die Zeit gedehnt. Genauer gesagt, bewirken große Massen eine Krümmung des Raums und somit eine Verlangsamung der Zeit. Kommen Sie noch hinterher? Es kommt noch besser! 

Schwarze Löcher sind supermassereiche Objekte im All. Sie entstehen durch den Zerfall riesiger Sterne (Sonnen), bei der es zu einer Verdichtung von Materie gekommen ist. Je dichter Materie ist, desto schwerer wird sie. In einem schwarzen Loch kann die Materie unserer Sonne, auf die Größe eines Golfballs geschrumpft sein. Große Massen bewirken eine große Anziehung (Gravitation), weshalb diese auf dem Mond auch geringer ist als auf unserer Erde, da er deutlich kleiner ist. In einem schwarzen Loch kann die Masse so groß werden, dass es alles in seiner Umgebung in sich hineinzieht. Sogar Licht wird verschluckt und kann nicht mehr entrinnen. Gleichzeitig erfolgt eine extreme Krümmung des Raumes. Folge ist: im Inneren des schwarzen Lochs bleibt die Zeit stehen.

Zeit ist also etwas Relatives und muss in Abhängigkeit zur Masse im Raum betrachtet werden. Da unser Universum größtenteils leer ist, also keine Massen vorhanden sind, kann Licht sich ungestört ausbreiten. Die Zeit verläuft dort gerade und kontinuierlich. Sind aber Massen vorhanden, kommt es zur Veränderung von Zeit und Raum.

Masse hat Klasse  

In unserem Sonnensystem stellen die Planeten diese Art von Masse dar. Ständig kommt es durch deren Umlauf um die Sonne, zu einer Verschiebung der Massenverhältnisse innerhalb dieses Systems. Durch Annäherung und Entfernung der Planeten zueinander kommt es also ständig zu einer Wechselwirkung der Gravitationsfelder, die durch deren Massen bedingt ist. Folge ist eine permanente Veränderung von Zeit und Raum. Zeit ist also etwas Veränderliches und hat je nach planetarischer Konstellation eine bestimmte Signatur und Qualität.

Qualität ist hier nicht als etwas Wertendes zu verstehen, sondern mehr in seiner Einzigartigkeit zu betrachten. Jeder Augenblick in unserem Sonnensystem ist zeitlich betrachtet etwas Einzigartiges und wird genau so nie mehr vorkommen, auch wenn es durch die Kreisbewegungen der Planeten zu Ähnlichkeiten kommt. Warum sollen wir Menschen, die wir Teil dieses Sonnensystems sind, nicht genauso eingebettet sein, in diesem veränderlichen Gefüge aus Raum und Zeit. Und wer jetzt spontan mit Nein antwortet, sollte sich vielleicht noch einmal den ersten Satz der Definition der Gravitation von Wikipedia durchlesen.

Die Grenzen des Seins

Meine Gedanken erheben in keinster Weise Anspruch auf Legitimation der Astrologie. Es sind philosophische Ansätze und mögliche Erklärungsversuche. Befasse ich mich mit Physik und damit, wie unser Universum entstanden ist, dann gerate ich nicht nur an Grenzen des Verständnisses, sondern auch an die, des menschlichen Seins. Wissenschaftliche Antworten werfen neue Fragen auf. Welchen Sinn macht unser Universum? Steckt dahinter sogar ein Plan? Hier kommt man schnell zu religiösen Themen, ob es einen Gott gibt, der all das erschaffen hat, oder auch nicht...dieses mag Jeder für sich persönlich entscheiden und darauf eine Antwort suchen. Für mich ist der Blick in den Sternenhimmel stets etwas, was mich staunen lässt und demütig macht, angesichts der Größe und Wunder, die darin stattfinden...

 

 

 

 

 

 

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